Ein Löwe kann nur ein Löwe sein, wenn er auch weiß, dass er ein Löwe ist. Was bedeutet das, für unser Leben?

© Fotograf Bildinger

 

Ein Löwe kann nur ein Löwe sein,

wenn er auch weiß, dass er ein Löwe ist.

 

Schon als Jugendliche stutzte ich über die Aussage, der Mensch sei die Krone der Schöpfung. Es irritierte mich. Immer und immer wieder, doch ich konnte es nicht so recht einordnen. Bis heute, bringt es mich immer mal wieder zum nachdenken.

Ist das denn wirklich so? Wer sagt das und was sagt meine Körperresonanz dazu? Und was ist damit eigentlich gemeint? Mit Focusing habe ich gelernt, bewusst meinen Körper zu befragen, dieses nach innen spüren, das ich natürlich in meiner Kindheit schnell und sicher verlernte.Nicht alles wille gefühlt werden. Heute geht es aber um das körperliche Spüren.

 

Bereit für eine kleine Achtsamkeit-Focusing-Übung?

 

Wenn Du dafür offen bist, lade ich Dich ein, diesen Satz in Dir nachwirken zu lassen:

Der Mensch ist die Krone der Schöpfung.

Statt diese Aussage als Wahrheit hinzunehmen oder als altbekannte Aussage, die Du vielleicht auch das erste Mal im Religionsunterricht hörtest, in eine Schublade abzulegen – fragen wir heute den Körper, was diese Aussage in ihm bewegt?

Wie fühlt es sich an?

Es ist eine herrliche Achtsamkeitsübung zu gleich, wenn du die Langsamkeit für einen Moment zulassen kannst. Denn im Zeitalter von schnellen Informationen und Fast-Reading ( Fast-Food war gestern), in dem der Mensch im Sekunden Takt Weisheiten auf Facebook einverleiben kann und Sinnsprüche in 2 Sekunden aufgesaugt hat, um zur nächsten Weisheitsbotschaft zu hüpfen, ist es äußerst spannend und aufschlussreich, den Körper beim Lesen mit einzubeziehen.

Als Focusing-Schülerin achte ich mehr denn je, wie sich WORTE IN MIR an fühlen. Meine feine Stimmgabel, – mein Körper ist mir da ein wirklich sehr treuer Ratgeber. Mit 20 überhörte ich ständig mein inneres Gefühl. Wie oft war etwas nicht für mich stimmig und dennoch habe ich Informationen aufgenommen und stellte mich selbst in Frage.

Heute werde ich sehr wachsam, wenn ich etwas lese. Mein Körper zieht sich schneller zusammen, als ich B sagen kann, wenn etwas „komisch“ ist, wenn etwas mir widerstrebt, für mich NICHT stimmig ist.

Und so frage ich Dich jetzt, was passiert in Dir, in deiner inneren Welt, wenn du die Aussage, Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, auf Dich wirken lässt.

In der Regel kommen erst mal ein Sturm an Gedanken und vielleicht schon innere Bilder. Doch es lohnt sich, diese erstmal freundlich SEIN zu lassen und 30 Sekunden auf die Pausentaste zu drücken. Atmen, fühlen und Atmen und wieder fühlen.

Es könnte sein, dass es gar nicht so einfach ist. Deine Sinnesorgane sind durch die Flut an Informationen im Internet auf Schnelligkeit getrimmt. Ein wenig wie die Google-Suchmaschinen, die in weniger als 63 Sekunden 2.200.200 Treffer erzielen.

Ja, einfach nochmal Atmen, fühlen und Atmen und vielleicht noch mal diesen einen Satz innerlich wiederholen und wirken lassen.

Ist es etwas ganz zaghaftes nicht greifbares, was Du jetzt spürst? Oder wird es in Dir ganz warm und weich, oder doch irgendwie eng? Fühlst du dich entspannter oder angespannter? Oder ist da eine Leere. Und wo hat sich etwas in deinem Körper verändert? Sagt Dein Körper Ja oder Nein zu dem Satz? Oder ein Jein?


„Wenn Du etwas nicht fühlen willst, ist die beste Methode, schneller und schneller etwas zu lesen und zu sprechen.“


Bei mir wird die Brust ein wenig eng. Erst ganz zaghaft und mein Atem ist flacher. Es zieht sich etwas von Schulter zu Schulter zusammen und irgendwie auch nach Innen.

Es fühlt sich so an, als wenn der Bahnverkehr zu erliegen gekommen ist. Jetzt bemerke ich auch, dass mein Bauch etwas verkrampfter ist.

In der Regel begrüße ich all das in mir erst mal.

Da ist also etwas, dass sich nicht ganz angenehm anfühlt. Warum aber?


 

Manchmal erschließt sich nicht unmittelbar, warum etwas nicht stimmig ist, doch eines Morgens, ich genoss die Morgensonne auf unserer Terrasse, wurde es plötzlich klar.

Fühle ich mich wie die Krone der Schöpfung? 

Eindeutig NEIN. Ich assoziiere mit Krone – König, König von etwas zu SEIN.

Bin ICH der König meiner Schöpfung? Als dieser Satz durch mich durch ging, passierte etwas, ich atmete tief durch und es war mir wie eine Art Erleichterung. Das war es. Ich bezog den Satz auf MEINE Schöpfung. Bin ich der König in meinem Leben? Es kam mir gar nicht in den Sinn, der König von etwas anderem zu sein.

Es wäre schon schwer genug, meine eigene Königin zu sein, wo es sich wie Amnesie anfühlt. Wozu die Krone der gesamten Schöpfung sein und sie ausbeuten, wenn ich ganz vergessen habe, wer ICH wirklich bin.

Heute weiß ich, dass ich garantiert mehr bin, als die Summe meiner Schwächen und Stärken. Da ist mehr, und wir alle ahnen es.

Das ist in etwas so, als würde ein Millionär nach einem Unfall Gedächtnisverlust erleiden und denken, er wäre Obdachloser, ohne den blassesten Schimmer, dass er mehrere Millionen auf einer Privatbank parkt und Besitzer von mehreren Hochhäusern und Ländereien ist.

Zu tiefst glaube ich daran. Wie im INNEN so im AUSSEN. Der Mensch neigt nur dazu, ALLES nach aussen zu projizieren und zu interpretieren.

Was, wenn die Menschheit diesen Satz mit der Schöpfung etwas falsch gedeutet hat? Wie könnten wir die Krone der Schöpfung SEIN?

„Kinder haben ein natürliches Gefühl dafür! Kinder stellen sich mit Erwachsene auf eine Stufe. Für Kinder sind alle gleich. Keiner ist besser oder schlechter.“

Der Mensch denkt dennoch, weil er DENKEN und FÜHLEN ( Tiere können das auch ) und großartige Gebäude bauen kann und unzählige Erfindungen sein EIGEN nennt, dass er die Krone der Schöpfung ist. Er denkt, er darf über alles herrschen, darf Länder einteilen und so einiges mehr.

War es nicht die Bibel, die so gedeutet wurde, dass Gott uns die Schöpfung anvertraut hat?  Was, wenn er damit unsere eigene Schöpfung meinte?

Mein Körper wird plötzlich ganz weit und freudig! Ohne dass ich es bewusst gesteuert hätte.

Wenn der Mensch nach Innen gehen würde und König in seinem eigenen Land werden würde, was würde dann passieren?

Wir sind die Krone UNSERER Schöpfung, das klingt für mich so viel schlüssiger. Wir sind nicht die Darsteller, nicht das Opfer und nicht der Täter, und am aller wenigsten sind wir Herrscher über andere. Wir sind und bleiben unser eigener Herr, und nicht das wir damit schon genug zu tun hätten, haben wir es auch noch vergessen.

Warum wohl, haben sich schon so viele Menschen aus der Sklaverei befreit und warum bekommen Kinder einen Trotz- und Wutanfall, wenn wir ihren Willen und ihre Autonomie unachtsam brechen wollen?

Meine These: Weil wir alle, ohne eine einzige Ausnahme, König unseres eigenen Landes sein wollen, weil es unser Geburtsrecht ist.

Heute war so ein Tag, an dem ich sehr ehrlich zu mir selber war: Wie sehr bin ich wirklich Königin? Wie sehr gehe ich wirklich in meine Größe, in meine innere Macht, in mein höchstes Selbstbild und wo mache ich mich immer noch klein, wo lasse ich mich von niedrigeren Rollen verleiten, wo bin ich nicht ich SELBST?

Lasst und den Entschluss fassen, die Krone UNSERER Schöpfung zu sein, die nicht Machtmissbrauch und Egoismus bedeutet. Wo kannst DU und ich ganz unsere Schönheit und Größe LEBEN und ZEIGEN?

Ich persönlich habe da noch ganz viel Spielraum nach oben.

„Ein Löwe kann nur ein Löwe sein, wenn er auch weiß, dass er ein Löwe ist.“

Wendeltreppe in der Saint Istvan Basilika in Budapest, Foto (C) Jan Fidler / flickr
Wendeltreppe in der Saint Istvan Basilika in Budapest, Foto (C) Jan Fidler / flickr

Und bei diesen Gedanken kam plötzlich eine Welle der Gänsehaut über mich. Ich hatte das Bild eines Löwen vor mir.

Da wusste ich, dass jedes Tier sein König seiner Schöpfung ist. Ein Löwe ist ein Löwe und er wäre nicht mehr ein Löwe, würde er sich nicht seiner selbst bewusst sein. Er macht sich nicht klein, sondern er füllt sein Wesen mit seiner ganzen Präsenz eines Löwens aus. Er ist mit Haut und Haaren er selbst, nicht eine Giraffe oder ein Affe, nein, er ist ein Löwe.

Der Löwe erinnert mich und dich und uns alle, in unsere Größe zu gehen und wahre Stärke und Sanftheit zu vereinen – die Krone unserer Schöpfung in Würde und Glanz.

Um die eigene Selbstbestimmung wieder zu erlangen, müssen wir zunächst Abstand von der Opferrolle nehmen. (2)

Lasst uns das B E S T E aus uns heraus holen und unsere wahre innere Macht zurück erobern.

Eure Melanie

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