Wut ist Selbstliebe? Mut zu Deiner Wut, Mut zum Fühlen – Gegenwärtigkeit statt Essen

Wut ist Selbstliebe?

Zitrone

von Fotograf AndreaKM / Copyright


 

Wann hattest Du das letzte Mal so richtig WUT im Bauch? Oder Zornesröte auf Deinen Wangen? Wann warst Du so sauer, wie eine Zitrone? Geballte Hände und eine zähneknirschende Kieferstellung im Dreamteam? Wann hast Du das letzte Mal durch die Wohnung gebrüllt und einen Teller auf Reisen geschickt? Oder wie ein Rohrspatz Deinen Tönen freien Raum gelassen und deine schlimmsten Schimpfwörter zum besten gegeben? Wann haben so richtig die Wände gewackelt und die Erde gebebt?

Die entscheidende Schlussfrage:

Wann hast Du dieses Spektakel das letzte Mal einfach mal nur gefühlt, beobachtet und willkommen geheißen? Ohne ein gekrümmtes Haar, blaue Flecken und Kratzspuren in Form von Schuldzuweisungen und Selbsthass?

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Wann hast du alles einfach nur

IN DEINEM INNEREN, IN DEINEM KÖRPER gefühlt?

Als ich mir diese Fragen heute selbst schenkte, kam ERSTAUNLICHES ans Licht. Ich, die temperamentvolle und leidenschaftliche Focusing-Praktizierende: scheine bei all meiner Wut, Frust und anderen Unannehmlichkeiten nicht wirklich anwesend zu sein.

Es kommt gar nicht so weit, dass ich etwas wahrnehmen könnte. Denn so schnell kann ich gar nicht schauen, hat mein Abwehrkommando die Führung übernommen. Ich jongliere entweder mit bedrohlich wirkenden Worten oder ich ESSE. Still und heimlich bei jeglichen Problemen mit meiner Familie und meinem inneren Unwohlsein. Erstes ist viel seltener , zweiteres ist umso vertrauter geworden.

Nach über drei Jahren Focusing fällt es mir immer noch schwer, ganz im Hier und Jetzt – meine Gefühle einfach nur wahrzunehmen und zu fühlen. Warum ist das nur so, habe ich mich schon oft gefragt.

Ich – die so vielen Menschen schon Mut gemacht hat im Umgang mit Gefühlen. Ich – die so viel Empathie für die Gefühle fremder Menschen hat.

Stattdessen endet es zu mindestens bei mir – in einer Dauerspirale:

Unverschönt und Ungeschminkt: Endet es in 5 von 7 Tagen in einem Ich-esse-jetzt-lieber-ein-Stück-Schoki-oder-noch-besser-ein-beruhigendes-Holzofenbrot-oder-doch-besser-Roggenvollkornbrot-mit-Butter-Wurst-und-Käse-Toppings-weil-ich-eh-nicht-auswandern-kann.

Brot Essen

Andere nennen es auch Essstörung.

Nichts ahnend, versaut mir eine Freundin liebevoll meine Dauer-Nicht-Fühlen-Wollen-Spirale. Wie wunderbar, es gibt eben keine Zufälle, und meine Gebete werden immer erhört.

Sie sagte einen magischen kleinen Nebensatz, den ich mit 42 Jahren noch nie zu vor gehört hatte:

„WUT fühlen und annehmen ist nichts anderes, als reinste SELBSTLIEBE.“

Wut annehmen

Mein Abwehrsystem war lahmgelegt. Ich hörte schlagartig auf – innerlich zu knurren und merkte, dass mein Körper – völlig verblüfft – den Satz nachwirken ließ.

Ich spürte sofort, dass sich ein Durchatmen anbahnte. Eine Erleichterung. WUT und Selbstliebe in einem Satz? War das möglich? Mein Körper schrie förmlich JAAAAH!

Im zweiten Schritt hätte ich die Welt umarmen können. Es klang so einfach. Das ist es! Dachte ich! Es war wie eine Erlösung aus einem Käfig, oder zumindestens schon mal der Käfig mit einer offenen Tür.

Von einer Minute auf die andere, war ich weder auf mich noch auf meinen Exmann sauer. Ich konnte seine Wut und meine Wut einfach stehen lassen. Kein Verteufeln mehr- kein Verurteilen mehr. Die Wut war einfach nur ein Selbstausdruck und WUT muss Selbstliebe SEIN, ohne natürlich jemanden zu verletzen.

Glückselig flog ich durch meinen gestrigen Tag. Als wäre ich für die nächsten 10 Jahrhunderte geimpft gegen Wutanfälle.

Dann kam die zweite Runde meines symbolischen Boxkampf-Ringes.

Der war dann heute:

Alles kam auf einmal und plötzlich war es so weit: Ich war es buchstäblich satt! Ich war meine Situation gänzlich satt. Ich hatte so eine WUT im Bauch, dass ich ein ganzes Haus hätte einreißen können. Ich war auf so ziemlich alles wütend. Am meisten – ja – ich bin dann doch noch nicht erleuchtet – wütend auf mich selber und auf DIE Leistungsgesellschaft. Oh ja – was für einen Groll habe ich auf unsere LEISTUNGSGESELLSCHAFT. In diese herrliche Verallgemeinerung schließe ich meinen Exmann, meinen Partner, das Schulsystem und gleich meine Kinder mit ein.

Immer zu will jemand etwas von mir, von meiner Familie und es ist nie gut genug! Ich bin es SATT!

Ich bin nicht streng genug, meine Kinder sind nicht brav genug, sie lernen nicht gut genug, und eine 5 ist die Ankündigung eines bevorstehendes Versagen zum Abitur, wohlgemerkt in der 7. Klasse – Vorausprophezeit von anderen Menschen!  Diese unendlichen vielen Erwartungen fühlen sich wie Pohle in einem 5-Dimensionalen Magnetfeld an. Von überall kommen Druckwellen, obwohl ich mit mir und meinen Kindern zufrieden bin!?

Wenn  nicht die alte Erkenntnis mir zuflüstern würde: Wie im Innen, so im Außen. Aber wie zum Teufel, soll ich das nur lösen? Auswandern geht nicht!

Und es ist ungemein wohltuend, es hier einfach mal auszuschreiben und es nicht mehr in mich hineinzufressen. Das war in mir lebendig. Jetzt ist die Katze aus dem Sack.

Wie vom Himmel – ich meine – Vom Himmel geschickt, stieß ich plötzlich auf die Lektion 66 aus dem Buch „Ein Kurs in Wundern“ , wohlgemerkt hatte ich plötzlich diese Zahl vor Augen und den Impuls, genau in dieser Lektion zu lesen. Es war unglaublich. Die Lektion schien mit jedem Wort auf mich und mein Drama geschrieben worden zu sein. Der dunkle Himmel erhellte sich.

Ein Kurs in Wundern Lektion 66

Und mit einmal verstand ich für mich ganz persönlich, was GEGENWÄRTIGKEIT bedeutet.

Dieses Wort, dass mich seit Wochen begleitete und mir schon fast aus den Ohren heraus kam, offenbarte mir unweigerlich seine ganze Schönheit.

Plötzlich begriff ich,  warum das Leben im Hier und Jetzt in den Frieden führt. Worte, die sich früher immer eher leer anhörten.

Die Liebe, die ich schon so oft in der Natur gesehen hatte, in meinen Katzen oder in dem Lächeln eines Babies spürte, ist ALL-GEGENWÄRTIG! Scheinbar versteckt, aber immer da.

Die Gegenwärtigkeit ist LIEBE.

Sie durchdringt alles. Sie ist immer da. Das ist damit gemeint, dass GOTT immer da ist, näher als der Atem. Es ist die Liebe in mir und um mich. Gegenwärtigkeit bedeutet nicht nur, im Hier und Jetzt, sein Gemüse liebevoll zu schneiden, oder im Hier und Jetzt eine Blume anzusehen. In der Gegenwärtigkeit habe ich unmittelbar Zugriff zu der wahren Realität. Im Kurs in Wundern heißt es: Alles ist Liebe und das ist die einzige Realität.

Auch Eckhart Tolle schreibt in seinem Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ so viel über die Gegenwärtigkeit, und ich liebe seine Worte,auch wenn ich bisher nie schaffte, es zu Ende zu lesen. Doch jeder Samen scheint seine Geduld zu brauchen, bis er aufgeht. (Jetzt werde ich sein Buch wohl doch zu Ende lesen.)

Liebe Gegenwärtigkeit

Wie oft hatte ich mich gefragt, was mir die Gegenwärtigkeit hilft, wenn ich so richtig sauer bin. Führt das nicht zu noch mehr Wut? War immer meine größte Angst dabei.

Doch jetzt erscheint mir alles so viel klarer, als ich es mir je hätte erträumen können:

GEGENWÄRTIGKEIT IST LIEBE. Die Liebe, ist die einzige Realität. Fühle ich jetzt in diesem Moment auch, während ich schreibe. Es ist kein Konzept mehr in meinem Kopf, sondern es ist jetzt pure Weite und Wärme in meinem Körper.

Als mir dies offenbar wurde, kamen mir Tränen. Ich konnte plötzlich niemandem mehr sauer sein. Ich konnte plötzlich ganz weich in meinem Herzen werden und einfach nur mein Problem mit all den daran geknoteten Menschen und Emotionen in diese LIEBE halten.

Das Erstaunliche: Mein zuvor überzeugtes Gefühl, dass ich AUSWANDERN muss, um mein Problem zu lösen, verflüchtigte sich im Licht. Ich erkannte, dass es wirklich kein GUT und BÖSE gibt, sondern nur in meiner Vorstellung. Diese Dualität ist nicht WIRKLICH. Wir leben in der Dualität, aber diese ist nur ein Spiel, ein Theaterstück, damit ich mich selbst erfahren kann. Und all die Menschen, auf die ich böse war und die ich einfach nicht lieben konnte, (was mir auch Angst machte, weil ich will ja mir nicht selber schaden.) waren plötzlich wieder ein Teil von mir. Ich kann auch jetzt noch all die Menschen, die so viel von mir wollen – annehmen und sehe, dass sie selber einfach den Zugang zu LIEBE verloren haben. Das sie selber auf die Dualität herein gefallen sind und es einfach nicht besser wissen. Was für ein wunderschönes Körpergefühl!

Meine Wut war also eine Tür, in die Gegenwärtigkeit der Liebe! Grandios!

Was kann ich für das nächste Mal für mich mitnehmen?

 

DREI WERTVOLLE PERLEN

im Umgang mit meiner WUT:

 

Der 1.wichtigste Schritt:

Ich kann immer wieder mir spielerisch erlauben, meinen Körper wirklich zu spüren, ich nehme jedes Unwohlsein, jede Müdigkeit, jedes Hungergefühl nach Frieden, jede Unstimmigkeit, jede Langeweile, jede Provokation, jedes unfreundliches Wort, jede Anspannung, dann einfach nur wahr. Ich orte das Gefühl vielleicht als „dicken Hals“, als „Knoten im Bauch, als Druck im Nacken, als Unruhe in der Brust, als Rückenschmerzen oder heiße Wangen.

Der 2. wichtigste Schritt:

Ich lade die Gegenwärtigkeit der LIEBE ein, mit mir zusammen, der RAUM zu SEIN, in dem jetzt alles LEBENDIGE DA-SEIN darf. Diese LIEBE ist plötzlich für mich das ganze Universum. Ein riesiges Feld der LIEBE.

Der 3. wichtigste Schritt:

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In dieser Gegenwärtigkeit wird GUT und BÖSE aufgehoben. Gott wertet nicht. Gott nimmt nur wahr. Gott liebt alles gleichermaßen. Er liebt nicht das eine mehr als das andere. Er ist einfach LIEBE.

Ich bin dann in dem Moment die Brücke in die Gegenwärtigkeit der Liebe. Ich bin dann die Liebe, wie es Anita Moorjani so schön in ihrem Buch „Heilung im Licht“ authentisch beschreibt. Ich vereine die scheinbare Trennung von Gut und Böse und lasse die Vergangenheit in Liebe SEIN und kümmere mich nicht um die Zukunft.

Und das schönste dabei ist: Ich muss nicht positiv Denken und mich irgendwie anstrengen, um Liebe zu SEIN. Alles,was ich jetzt bin, auch mein Ärger und meine Wut, darf ein Ausdruck des Lebendigen SEIN und ich fühle mich so viel mehr VOLLSTÄNDIG an.

All diese Erkenntnisse habe ich tollen Menschen zu verdanken, die am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, das richtige gesagt haben und diesen Menschen möchte ich von Herzen Danken!

Wut ist Selbstliebe. 

Gegenwärtigkeit ist LIEBE.

Ich wünsche Euch ein neues Forschungsfeld. Was verändert es bei Euch, wenn die Gegenwärtigkeit keine Technik mehr ist, sondern Liebe?  Universelle Liebe.

In diesem Sinne, werde ich berichten – von meinen Gefühlen und welche neuen Beobachtungen es gibt.

Alles Liebe Euch!

Eure Melanie


 

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